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Im Blickpunkt …
Niklaus von Flüe, dem Eremiten und Friedensstifter Bruder Klaus war eine Binsenwahrheit sicher nicht entgangen: Ohne Gerechtigkeit kann es keinen Frieden geben. Friede und Gerechtigkeit gehören eng zusammen, so wie es in einem Psalm heisst: «Gerechtigkeit und Friede küssen sich ...» (Ps 85,11). Wenn der Einsiedler die Menschen mahnt, sie sollen aufeinander hören (Brief an den Rat von Bern 1482, Quelle 031), so meint er damit gewiss kein einseitiges oder oberflächliches Nachplappern von Parolen oder eine blinde Gefolgschaft gegenüber kleinen oder grossen Diktatoren, in der Einzahl oder als Mob. Es geht nicht an, dass der Mächtige den Frieden einfach nach seinen Vorstellungen diktiert oder dass er den Frieden predigt und Unfrieden praktiziert. Die Forderung des Klaus von Flüe meint: Miteinander eine gerechte Lösung der Probleme finden. Ausdrücklich legt er auch nahe: «Witwen und Waisen in Schutz nehmen», d. h. es darf den Armen das Lebensnotwendige nicht vorenthalten werden und selbstverständlich auch nicht die Würde des Menschseins. Und wahr ist zudem: Um Frieden zu schaffen, genügen die schönsten Worte nicht, es braucht mutige Taten. Aber wer hat denn den Mut dazu, wenn es darauf ankommt? Ist denn Frieden überhaupt möglich?
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