Holzschnitt 1510
    
Niklaus von Flüe
Bruder Klaus  
  
 
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   Quellen - Bruder Klausund Dorothea
  
  
Die Seitenkapelle mit dem Grab
  
Quelle Nr. 304

  

  
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Zeit: 1600–1603
  
Herkunft: a) Eintrag in einem Konstanzer Missale (Flüelikapelle) von 1603; – b) Originalschreiben als Beleg bei den Prozessakten 1647; – c) Jahrzeitenbuch Sachseln, S. 69 (und lateinische Notiz Eichhorns im Missale, Flüelikapelle); – d) Eichhorn, ebd.; – e) Inspektionsbericht vom 17. Juli 1654 (Prozessakten)
  
Kommentar: Nach der Meinung von Robert Durrer (Quellenwerk, 940) wurde Bruder Klaus zunächst in die Erde auf dem Friedhof beigesetzt. Die Quellen deuten jedoch eher darauf hin, dass Bruder Klaus 1487 zwar in die Erde, jedoch innerhalb der Kirche bestattet wurde (vgl. die Liste von Pro und Contra bei Quelle 043). 1518 wurden die Gebeine feierlich aus der Erde genommen und in einen Steinernen Sarkophap hineingelegt (Quelle 216). Dieser Sarkophag befand sich unmittelbar an der Kirchenmauer, so dass er zu ihr nicht mehr weiter mit einem Stein verschlossen war. 1600 begann man mit den Bauarbeiten, um das Grab herum wurde eine Seitenkapelle (Nebenchor) errichtet. Ein Bild aus dem Bruder-Klaus-Zyklus in Emmaus Zufikon, bei Bremgarten Aargau, gibt die Situation nach der baulichen Erweiterung wieder. – Ein besonders denkwürdiges Detail ist die Schilderung von Abt Plazidus (Placidus Küttel): Beim Öffnen des Grabes sei ein lieblicher Duft herausgekommen, wo doch in den Gräbern sonst eher ein anderer Geruch zu erwarten ist. Eine kleine Parallele dazu befindet sich im Protokoll des Sarner-Prozess’ von 1591: Bruder Klaus sei schnell in seine Zelle hineingegangen und wieder herausgekommen, da habe er einen so edlen herrlichen Duft mit sich gebracht, dass die anwesenden Menschen urteilten, er hätte inzwischen himmlische Speise empfangen, so habe es Andreas Rosacher erzählt.
  
Bischof Johann Georg von Hallwil, der im August 1603 selber die Seitenkapelle weihte, soll nun den Gebrauch des Offiziums (liturgische Texte) verboten haben. Welches Offizium? Das von Heinrich Gundelfingen (Quelle 052)? Dies wird nicht speziell gesagt. Einem höhergestellten Kleriker muss es jedoch von Amtes wegen stören, wenn eine Person liturgisch (in der Messe und im Stundengebet) verehrt wird, die noch nicht offiziell kanonisiert, also mindestens selig gesprochen ist. Der Gebrauch des gleichen Offiziums wurde dann am 8. März 1669 durch ein Dekret von Papst Clemens IX. (Quelle 309) wieder erlaubt
  
Am 28. August 1679 wurde das alte Grab von 1518 geräumt und die ganze Kirche wurde abgebrochen (vgl. R. Durrer, Quellenwerk, 1173). Dann wurden die Gebeine in barocker Manier als Altarbild in der Kirche zusammengefügt und mit Gold und Edelsteinen geschmückt.
  
Referenz: Robert Durrer, Bruder Klaus-Quellenwerk, 940–943 u. 1171

  

   a)
Anno 1600 wurde der Nebenchor [Seitenkapelle] in Sachslen beim Grab von Bruder Klaus gebaut und im Jahre 1603 geweiht.
    
b)
[Abt Plazidus Küttel, Engelberg, 1647]
  
[...] Im übrigen können wir uns an nichts Spezielles erinnern, das wir hervor hohlen könnten um diesen heiligen Akt [Öffnung und Inspektion des Grabes von Bruder Klaus] zu konkurrieren, als was wir vor ungefähr 7 bis 38 Jahren von unserem hochgeehrte Vorgänger, lobseligen Gedenkens Jakob Benedikt Sigrist, einmal im Kapitel [Versammlung der Mönche] erzählen hörten: Zur Zeit als er die Pfarrei Sachseln versehen [er war eine Zeit lang Pfarrverweser, Pfarreiadministrator] und die Kapelle St. Benedikt neben dem Grab des heiligen Mannes bauen und hinter dem Grab zu Kirchenmauer abreissen lassen wollte, sei er in Zweifel und Sorge gewesen, ob das Grab zur Mauer hin mit einem Stein eingefasst sei oder nicht. Diesen Zweifel habe er an den Kirchenrat gelangen lassen, welcher dann mit ihm dahingehend eine Lösung fand, dass man bei Anbruch der Nacht mit einem Maurer die Sache bei verschlossener Kirche erkundigen wolle, bevor etwa ein Zweifel aufkomme, seine Gebeine seien nicht mehr vollständig vorhanden [es war eine Sage im Umlauf, der Bischof von Lausanne habe 1518, vor dem Verschliessen des Steinsarkophags das Haupt heimlich mitgenommen]. Darauf nahm der genannte Vorgänger ein Mauerhauer, der das Grab zur [Aussen-]Mauer hin öffnete. Sobald dies geschah, da sei ein solch wundersamer, wunderlieblicher Geruch aus dem Grab gekommen, dass sie meinten, sie müssten vor Süssigkeit und Lieblichkeit versinken. Sie konnten den Geruch nicht unterscheiden [analysieren], er sei weder von Blumen noch Gewürzen gewesen. Nachdem sie sich wieder ein wenig erholt hatten, öffneten sie das Grab weiter und mit einer Wachskerze (jeder der Anwesenden trug eine in der Hand) leuchten sie in das Grab. Sie fanden das Haupt und alle Gebeine vollständig, samt einer Haarlocke. Darauf frohlockten die Ratsherren und gratulierten, sie wünschten, dass das Grab wieder zugemauert werde, bis man gehauene Steine gefunden habe, um das Grab damit abzusichern. [...] Aus unserem Gotteshaus Engelberg, den 11. Juli Anno 47 [1647].
  
Den edlen, ehrenfesten, frommen, vornehmen und weisen Herren, Herrn Johann Imfeld, Ritter und Statthalter, auch Herrn Wolfgang Würtz [bzw. Wirtz oder Wirz], Landschreiber von Obwalden, unseren treuen, lieben geehrter Herren und Freunden. Sachslen
  
Fr[ater]. Plazidus, Abt und Herr von Engelberg.
     
c) St. Johann des Täufers Enthauptung [1603].
  
An diesem Tag wurde, die neue, unserer Pfarrkirche angefügte Kapelle beim Grabe des seligen Bruder Klaus mit dem darin befindlichen Altar zur Ehre des hl. Benedikt, und ebenso der östliche Teil des Friedhofs von dem derzeitigen Bischof von Konstanz, Johann Georg von Hallwil, geweiht. Der Gewohnheit entsprechend verlieh er dabei auf das jährliche Kapellenweihfest einen bischöflichen Ablass.
  
Geschehen am 29. August 1603 unter dem Pfarrer Johann Kröpfli zu Sachseln, geboren in Sarnen.
    
d)
  
[...] als Erster unter ihnen zelebrierte an dem Altar der hochwürdigste Pater Melchior Suter, Pfarrer der Stadt Luzern und Dekan der 4 Kantone [Waldstätte].
   
e)
  
[... Wiedergabe der Inschrift des Sarkophags von 1518. Dann folgt: ] Auf der vierten Seite des Randes, gegen die neue Kapelle hin, ist eingehauen: Sein Begräbnis ist anno 1600 herrlich erneuert worden [ ... - den ganzen Wortlaut siehe in: Quelle 216].
  
   
[Situation des Grabes von Bruder Klaus mit einem schweren Eisengitter umgeben
zwischen 1603 und 1679 (vor dem Neubau der Kirche),
Bruder-Klaus-Zyklus in Emmaus, Zufikon bei Bremgarten Aargau]
  
Grab, Zyklus von Emmaus
    
  
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