Holzschnitt 1510
    
Niklaus von Flüe
Bruder Klaus  
  
 
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   Im Herzen von Europa  

Bruder Klaus

    Foto: Bruder Klaus
     
Im Herzen von Europa lebte vor etwas mehr
als 500 Jahren Bruder Klaus. Sein besonderes
Charisma mit der grossen Ausstrahlungskraft
kann auch heute noch viele Menschen auf
sich aufmerksam machen und begeistern.
Wer war Bruder Klaus? Wer ist Bruder Klaus?
   

Im Blickpunkt …
  
Das Sachsler Meditationsbild ist als Ganzes ein «Speculum Humanæ Salvationis» – ein Spiegel des menschlichen Heils. Es entstand höchst­wahrscheinlich um 1469 in Basel, im Umfeld der Leonhardskirche (Stifts­kirche der Augustiner Chorherren und zugleich Leutkirche). Der Inhalt deutet auf eine Nähe zur Devotio Moderna hin, die ihren Ursprung in den bur­gun­dischen Niederlande hatte und durch die Augustiner Chorherren und Augustiner Eremiten in ganz Europa verbreitet wurde. In diesem spirituellen Umfeld bildeten sich in manchen Städten des 15. Jahrhunderts Bruder­schaften und Schwesterngemeinschaften (Beginen), welche den christlichen Glauben in die Tat umsetzen wollten.
  
Dass es sich beim Meditationstuch (als Tafel gefasst wurde es erst 1611) um ein «Rad» handle, diese Idee stammt vom Freiburger Professor Heinrich Gundelfingen (Quelle 052). Diese Konzeptidee wird praktisch gleichzeitig aufgenommen in der Inkunabel «Brůder Claus» – allgemein auch «Pilger­traktat» genannt (zwei Ausgaben um 1488, Augsburg und Nürnberg – Quelle 048). Die Idee wurde gefördert durch den Umstand, dass Speiche und Licht­strahl im Lateinischen gleich heissen: «radius», bzw. auch «radiolus» (Ver­klei­nerungs­form).
  
Die Devotio Moderna, ganz besonders eine Spiritualität für die Laien, favorisiert hier jedoch einen anderen Grundgedanken: Der Mensch ist das Abbild Gottes (Spiegelbild, lateinisch: speculum). RoentgenbildDas Rundbild im Zen­trum des Tuches, das zweifellos über­malt wurde, bevor es Bruder Klaus 1479 oder 1480 geschenkt wurde, enthält ur­sprüng­lich ein bart­loses Ge­sicht mit eher jugend­li­chen, we­ni­ger aske­ti­schen Zügen. Eine Rönt­gen­aufnahme von 1947 ist ein zwingendes Be­weis­stück. Ob das ursprüng­li­che Haupt ei­ne Krone oder ei­nen besonderen Hut, viel­leicht eine Hut-Krone trägt, ist nicht klar zu erkennen.
  
Die Symbole der Werke der Barmherzigkeit, jeweils un­ten in den Rundbildern, ha­ben durchaus einen Zusam­men­hang mit der Idee der Gott­ebenbildlichkeit des Men­schen. Gott ist barm­herzig. Aber sind es die Men­schen auch? – Die Einen können nicht an Gott glauben, weil sie in dessen Abbildern nicht die Barmherzigkeit Gottes erleben können. Die Anderen wollen nicht an Gott glauben, weil sie selbst nicht barmherzig sein wollen, weil sie in ihrer Gier und Überheblichkeit gleichgültig und rück­sichtslos leben wollen – «Scheinchristen» inbegriffen, welche das Abbild am meisten zur Fratze machen in ihrer Gier und Über­heblichkeit – manche von denen sind auch so unbarmherzig, dass es schon gottlos ist. So schliesst sich ein Kreis des Unheils, und die Spirale der Gott­losigkeit, der Un­barm­herzigkeit und des Unfriedens nimmt ihren Lauf. Das Meditationstuch ist nun geradezu ein Banner der Barmherzigkeit. Ohne Barmherzigkeit und ohne Gerechtig­keit kann es nämlich keinen Frieden geben. Diese Idee von einer Art «Gesellschaftsvertrag» vertieft der grosse zweite Teil des Pilgertraktats (Quelle 048). Heute könnte man das Tuch auch als «Mind Mapping» bezeichnen (• schematische Skizze).
  
Gibt es nun hier auch einen thematischen Zugang von der anderen Seite, etwa für Agnostiker und Atheisten?
These: Kein real existierender Mensch ist perfekt.
Antithese: Es gibt einen virtuellen Idealtyp, der vollkommen ist.
Synthese: Der unvollkommene Mensch kann quasi als Abbild diesen virtuellen Idealtyp nachahmen und so Teil haben am Sein des Ideals. Aber wie? Es bleiben als Definition nur zu lebende Werte (vom altgriechischen «warete», «arete» stammt auch das Wort «Tugend») wie Barmherzigkeit, Gerechtigkeit, Wahrhaftigkeit usw. Das wäre dann so etwas wie ein «Weltethos». Wenn jedoch irgendwelche Organisationen, welche auch immer das sein mögen, so tun, als ob sie die Wohltätigkeit erfunden hätten, deren Glieder aber einer vorzeigefähigen Wohltat wieder tausend Untaten der Gier und der Überheblichkeit folgen lassen und dabei «über Leichen gehen», dann ist das nicht nur blind gegenüber einem heilsamen Ideal, es ist schlichtweg menschenverachtend.
  
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Montag, 2. März 2015 17:27 Uhr
   
Bruder Klaus · Niklaus von Flüe · Flüeli-Ranft · Schweiz
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Designed and published by Werner T. Huber, Dr. theol.

Letzte Dateiänderung: 22.02.2015 19:25:25
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
    
  
  
  
  
  
  
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